13.08.2019

Bluthochdruck - Prävention ist besser als Heilen!

Wie bekommen wir den häufigsten, teuersten und modifizierbarsten Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen in den Griff?

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind die häufigste Todesursache mit einem Aufwärtstrend von über 30%. Mit einer Verdreifachung der Kosten zwischen 2010 und 2030 bedeutet dies eine erhebliche wirtschaftliche Belastung für die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen weltweit1,2,3. Bluthochdruck ist der häufigste Risikofaktor für die Entstehung von CVD1, wovon weltweit eine Milliarde Menschen betroffen sind4. Die Herausforderung für die Spezialisten auf der ganzen Welt besteht darin, dass Hypertension der „modifizierbarste“1 Risikofaktor ist und sehr oft in einem frühen Stadium unentdeckt und beschwerdefrei bleibt. Eine Behandlung wird oft erst dann durchgeführt, wenn es sich bereits um eine Langzeiterkrankung handelt.

Umso wichtiger ist es für Kardiologen auf der ganzen Welt, die Einflussfaktoren für Bluthochdruck zu verstehen, um diese weit verbreitete Krankheit vorherzusagen, frühzeitig zu erkennen und vorzugsweise zu verhindern.

In einer brandneuen Studie mit dem Task Force® Monitor (TFM) im Nature Journal untersuchten beispielsweise Man et al. essentielle Herz-Kreislaufparameter von fünf großen blutsverwandten Familien, um herauszufinden, ob Hypertonie vererbbar ist und von genetischen und umweltbedingten Faktoren abhängt. Das Studienteam stellte eine mäßige Heritabilität für Bluthochdruck fest und kam zu dem Schluss, dass Umweltfaktoren wesentlich mehr Einfluss auf den Blutdruck haben5.

Task Force® Monitor-Studien haben auch gezeigt, dass sich körperliche Aktivität positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt 4,6,7. In Anbetracht der Tatsache, dass Inaktivität weltweit die vierthäufigste Todesursache ist8, scheint ein Zusammenhang offensichtlich. O’Driscoll et al. zeigten, dass die Art des Trainings den Blutdruck unterschiedlich beeinflussen kann. So wirkt sich beispielsweise Isometrisches Training positiver auf den arteriellen Ruhedruck aus, als traditionelles Aerobic- und Krafttraining4. Bewegungstraining unterstützt daher nicht nur die Therapie bei Hypertoniepatienten, sondern spielt auch eine wichtige Rolle als wirksame Präventionsmaßnahme6.

Experten haben eine ganze Reihe unterschiedlicher Ansätze zur Risikovorhersage entwickelt, um Patienten mit erhöhtem Risiko für Bluthochdruck zu identifizieren. So können frühzeitig präventive Maßnahmen getroffen werden, noch bevor offensichtliche Symptome auftreten.3
Mit leistungsfähigen Diagnosegeräten, die bereits auf dem Markt verfügbar sind, ist eine frühzeitige Erkennung von kardiovaskulären Risikofaktoren möglich geworden. Eines dieser Geräte ist der Task Force® Monitor, der nicht nur Informationen zur kompletten Hämodynamik liefert, sondern auch Marker zur Beurteilung des autonomen Nervensystems.

 

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Langzeitkomplikationen bei unentdeckter, unbehandelter oder ineffizient kontrollierter Hypertonie auch zu zerebrovaskulären Erkrankungen, einer Beeinträchtigung der kognitiven Funktion und sogar zu Organschäden führen können. Czuriga-Kovács et al. konnten zeigen, dass eine Früherkennung und eine umgehend eingeleitete Blutdrucktherapie, die über einen Zeitraum von einem Jahr bei 72 Patienten durchgeführt wurde, zu einer effektiven Blutdrucksenkung führte, die nicht nur zu einem verbesserten allgemeinen hämodynamischen Zustand, sondern auch zu einer Wiederherstellung der beeinträchtigten kognitiven Funktion geführt hat.9

Diese Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass eine effiziente Risikovorhersage für eine frühzeitige Erkennung und rechtzeitige Behandlung von Bluthochdruck mit vorbeugenden Maßnahmen wichtig ist. Nur so sind die Auswirkungen von Hypertonie reversibel oder gar vermeidbar. Wir können zu einer besseren kardiovaskulären Gesundheit beitragen und den häufigsten und teuersten Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen effizient verhindern. Dies könnte letztendlich zu einer merklichen Reduzierung der erschreckenden Anzahl von Bluthochdruckpatienten und der hohen Kosten für Gesundheitsorganisationen führen.


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Bildquelle:

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Referenzen:

1 Taylor, K. A., Wiles, J. D., Coleman, D. A., Leeson, P., Sharma, R., & O’Driscoll, J. M. (2019). Neurohumoral and ambulatory haemodynamic adaptations following isometric exercise training in unmedicated hypertensive patients. Journal of Hypertension, 37(4), 827–836. http://doi.org/10.1097/hjh.0000000000001922

2 Pescatello, L. S., Buchner, D. M., Jakicic, J. M., Powell, K. E., Kraus, W. E., Bloodgood, B., … Piercy, K. L. (2019). Physical Activity to Prevent and Treat Hypertension. Medicine & Science in Sports & Exercise, 51(6), 1314–1323. http://doi.org/10.1249/MSS.0000000000001943

3 Lin, W.-H., Zhang, H., & Zhang, Y.-T. (2013). Investigation on Cardiovascular Risk Prediction Using Physiological Parameters. Computational and Mathematical Methods in Medicine, 2013, 1–21. http://doi.org/10.1155/2013/272691

4 O’Driscoll, J. M., Taylor, K. A., Wiles, J. D., Coleman, D. A., & Sharma, R. (2017). Acute cardiac functional and mechanical responses to isometric exercise in prehypertensive males. Physiological Reports, 5(7). Retrieved from http://physreports.physiology.org/content/5/7/e13236

5 Man, T., Riese, H., Jaju, D., Muñoz, M. L., Hassan, M. O., Al-Yahyaee, S., … Snieder, H. (2019). Heritability and genetic and environmental correlations of heart rate variability and baroreceptor reflex sensitivity with ambulatory and beat-to-beat blood pressure. Nature Scientific Reports, 9(1), 1–8. http://doi.org/10.1038/s41598-018-38324-6

6 Taylor KA, Wiles JD, Coleman DD, Sharma R, O’Driscoll JM. Continuous Cardiac Autonomic and Haemodynamic Responses to Isometric Exercise. Med Sci Sport Exerc [Internet]. 2017 Mar 27 [cited 2017 May 26];1. Available from: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28350715

7 O’Driscoll JM (2018). Cardiac autonomic and left ventricular mechanics following high intensity interval training: A randomised cross-over controlled study. J Appl Physiol [Internet]. 2018 Jun 28 [cited 2018 Sep 10];japplphysiol.00056.2018. Available from: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29952247

8 Fiuza-Luces, C., Santos-Lozano, A., Joyner, M., Carrera-Bastos, P., Picazo, O., Zugaza, J. L., … Lucia, A. (2018). Exercise benefits in cardiovascular disease: beyond attenuation of traditional risk factors. Nature Reviews Cardiology, 15(12), 731–743. http://doi.org/10.1038/s41569-018-0065-1

9 Czuriga‐Kovács, K. R., Szekeres, C. C., Bajkó, Z., Csapó, K., Oláh, L., Magyar, M. T., … Csiba, L. (2019). Hypertension‐induced subclinical vascular and cognitive changes are reversible—An observational cohort study. The Journal of Clinical Hypertension, 21(5), 658–667. http://doi.org/10.1111/jch.13537